11. April 2010

Halle 7 ist fester Bestandteil des Salon-Besuchs

Die meisten Garagisten informieren sich jedes Jahr am Genfer Auto-Salon über die Neuheiten bei ihren eigenen Marken und was die Mitbewerber zu bieten haben. Auf dem Programm steht jeweils auch ein ausführlicher Besuch der Halle 7. Sei es ein Zwischenboden für die Garage, neue Software oder eine Waschanlage: Nur in Genf hat man das komplette und konzentrierte Angebot der Neuheiten von den Zulieferern.

Halle 7 ist fester Bestandteil des Salon-Besuchs

«Gespräche sind mir wichtiger als neue Autos.» Jürg Eichin, Seefeld Automobile AG

Von Stefan Gfeller und
Lukas Hasselberg

Wertvolle Kontaktpflege steht bei den Garagisten ganz weit oben auf dem Pflichtenheft am Auto-Salon, denn nur dort kann man die Entscheidungsträger der eigenen Marke(n) einmal im Jahr persönlich treffen und sich anhand der Neuheiten über die zukünftige Strategie und Technologie aus erster Hand informieren.
Eigene Ausstellungen nach dem Auto-Salon oder spezielle Aktionen sind hingegen nicht überall verbreitet. Und wenn es der Zeitplan nicht zulässt, muss auch mal ein Besuch in Genf ausfallen, denn das Geschäft steht immer noch an erster Stelle.

«Wichtige Gespräche führen»
Jürg Eichin, der CEO der Seefeld Automobile AG in Zürich und Zollikon, hat ein ganz besonderes Marken-Portefeuille. Mit Mercedes-Benz, Dodge, Chrysler, Jeep, Renault und Fiat bietet er einen einmaligen Markenmix an. «Unsere Garage besteht seit 1961», erzählt Eichin, der die Geschäftsführung 1980 von seinem Vater übernommen hat.
«Ich war wie jedes Jahr am Genfer Auto-Salon. Ich fahre jeweils mit meinem Stellvertreter Marco Ninghetto im Zug nach Genf, da das der einzige Tag im Jahr ist, an dem wir in Ruhe anstehende Prob­leme besprechen können. Am Salon prüfe ich jeweils, ob wir bei den Marken, die wir führen, am richtigen Ort sind.  Der Salon ist auch sehr wichtig, um Gespräche zu führen, zu denen es sonst nicht kommt. Nicht die neusten Autos sind mir wichtig, von denen weiss ich meistens schon vorher alles. Aufgefallen ist mir die Marke «dr», von der habe ich erstaunlicherweise noch nichts gewusst, das hat mich sehr überrascht, da ich doch schon ziemlich lang im Geschäft bin. Das war ein sehr spezielles Erlebnis. Zudem habe ich einen gelben Jeep Wrangler gesehen mit einem Surfbrett, den ich spontan kaufen wollte. Allerdings wurde mir das leider verwehrt.

Die Halle 7 steht jeweils auch auf dem Programm, dort gehe ich regelmässig durch. Zum Beispiel bin ich zur Zeit auf der Suche nach einem Zwischenboden für meine Werkstatt, deshalb habe ich mich bei KSU informiert. Stieger besuche ich regelmässig, um mich über die neusten Entwicklungen im Software-Bereich zu informieren. Derendinger und die ESA gehören jeweils auch zu meinen festen Stationen in der Halle 7. Wenn ich dann noch Continental einen Besuch abstatte, sind ein paar Stunden ruck-zuck weg.

Der Salon trägt dazu bei, dass man sich wieder Gedanken über den Autokauf macht und sich direkt vor Ort informieren kann. Im Zusammenhang mit dem Salon haben wir kein Angebot und keine speziellen Ausstellungen gemacht, ausser einem offenen Wochenende während der Autoexpo Zürich, aber wir bieten ein spezielles Leasing von 3,9 Prozent bis Ende Mai an.»

«Das Angebot in Halle 7
interessiert mich»
Rocco Vitacca, Mitinhaber und Verkaufsleiter der Garage Gebr. Vitacca GmbH, Nassenwil und Schlieren (Fiat-, Alfa Romeo-, Lancia- und Fiat-Professional-Markenvertretung) nutzt den Automobilsalon-Besuch, um sich über Neuheiten zu informieren: «Wir reisen nicht mit allen Mitarbeitern nach Genf an den Autosalon, wie dies vielleicht andere Garagen machen. Es kommt für uns nicht in Frage, den Betrieb deswegen einen Tag lang zu schliessen. Dieses Jahr war ich anlässlich der Präsentation des neuen Alfa Romeo Giulietta am Salon. Auch in den vergangenen Jahren habe ich die Messe meistens auf Einladung des Importeurs besucht. Ich informiere mich jeweils in erster Linie über die neuen Modelle der von uns vertretenen Marken. Die Fahrzeuge der Mitbewerber interessieren mich eher weniger, ich mache jeweils eine kurze Runde durch die Hallen, um mir einen groben Überblick der Neuheiten zu verschaffen.
Wichtig ist für mich auch das Angebot in Halle 7, also Werkstattausrüstung und Werkzeuge. Momentan fassen wir beispielsweise die Anschaffung einer Waschanlage ins Auge, und ich konnte mich am Autosalon sehr gut über die unterschiedlichen Modelle und Anbieter informieren, es sind ja eigentlich alle grossen Firmen in der Halle 7 vertreten. Aber auch sonst interessieren mich die Neuheiten im Einrichtungsbereich.
Wir machen keine speziellen Aktionen anlässlich des Salons. Wenn uns Kunden nach Eintrittsbilletten fragen, geben wir diese selbstverständlich gerne ab. Wir erhalten ja viele Gratis-Eintritte, beispielsweise von unseren Ersatzteilelieferanten. Es ist aber nicht so, dass wir das irgendwie anpreisen. Voraussichtlich im Mai werden wir hier eine Ausstellung organisieren und die Modelle unserer Marken präsentieren. Zudem werden wir sicher eine Veranstaltung wie beispielsweise einen Apero machen, wenn wir die ersten Giulietta präsentieren können. Dies hat aber keinen direkten Zusammenhang mit dem Autosalon. Im Gegenteil, es gibt ja viele grosse Garagen, die eine Woche nach dem Salon eine Ausstellung veranstalten, oder regionale Ausstellungen mehrerer Garagen zusammen. Unser Betrieb hier in Nassenwil liegt etwas ausserhalb der grossen Zentren, und da macht es mehr Sinn, Ausstellungen nicht genau dann zu machen, wenn diese auch überall sonst stattfinden. Wir erhalten mit diesem Vorgehen sicher auch mehr Aufmerksamkeit für unsere Veranstaltungen.»
«Weniger teure Modelle»
Hans Stehli, Teilhaber der BMW-Garage Stehli + Fischer AG in Zürich, war dieses Jahr nicht auf dem Autosalon, da die Zeit einfach nicht gereicht habe. «Die Leute interessieren sich auch nach dem Salon, wo immer die neusten Modelle gezeigt werden, eher für Schnäppchen. Es geht zur Zeit sehr viel über den Preis», sagt Stehli. «Bei uns laufen vor allem die kleinen Vierzylinder-Modelle sehr gut.» Die BMW-Modelle mit grossen Motoren seien schwerer zu verkaufen. «Umsatzmässig liegen wir daher hinter dem letzten Jahr, stückzahlenmässig haben wir mehr verkauft. Das kommt daher, dass das Geschäft mit den teureren Modellen seit der Finanzkrise eingebrochen ist. Das hängt meiner Meinung nach damit zusammen, dass viele Banker entlassen wurden.» Spezielle Aktionen oder Ausstellungen habe es bei der Stehli + Fischer AG im Zusammenhang mit dem Salon nicht gegeben. «Einen Salon-Effekt spüren wir nicht.»
www.seeauto.ch
www.garagevitacca.ch
www.stehli-fischer.ch


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