11. März 2010

Gaspedal-Rückruf: Toyota holt zum Gegenschlag aus

Die millionenfachen Rückrufe von Toyota entwickeln sich zu einem Wirtschaftskrimi: Nach der harschen Kritik von Politik und Öffentlichkeit geht der japanische Autokonzern im am stärksten betroffenen US-Markt zum Gegenangriff über. Das Unternehmen fechtet Testergebnisse eines amerikanischen Experten an, die die Elektronik als das Problem unkontrolliert beschleunigender Fahrzeuge bezeichnen und Toyota zum Rückruf von mehr als sechs Millionen Fahrzeugen veranlasst haben.

Gaspedal-Rückruf: Toyota holt zum Gegenschlag aus

Nicht nur Toyota-Gaspedale (Bild) reagieren unter bestimmten Testbedingungen unkontrolliert.

In der Kritik des Autobauers steht der Universitätsprofessor David Gilbert, der im vergangenen Monat als Experte vor dem US-Kongress angehört wurde. Er hatte dort behauptet, dass die elektronischen Gaspedale nur bei Toyota leicht zu manipulieren seien. Während der Anhörung schloss Gilbert eine Avalon-Limousine kurz und löste so eine unkontrollierte Beschleunigung des Wagens aus. Der Experte mutmaßte, dass sich ein solcher Fall auch unter normalen Fahrbedingungen ereignen könnte.

 

Gleiche Ergebnisse auch bei deutschen und amerikanischen Autos

Nach Darstellung von Toyota ist die von Gilbert vorgenommene Manipulation des Gaspedals "vollkommen unrealistisch". Der Hersteller testete am Montag vor Journalisten den Versuchsaufbau auch an Fahrzeugen amerikanischer, deutscher und japanischer Hersteller - und erzielte die gleichen Ergebnisse: Der Motor drehte mit Vollgas in den roten Bereich des Drehzahlmessers ohne dass ein angeschlossenes Diagnosegerät einen Fehler in der Motorsteuerung erkennen konnte.

Wie Toyota Deutschland erklärte, sei die Manipulation keinesfalls einfach zu bewerkstelligen und daher im Alltagsbetrieb äußerst unwahrscheinlich. Eine derartige Fehlerkette hätte zudem Spuren in der Verkabelung hinterlassen müssen, allerdings habe das Unternehmen bei keinem der bisher untersuchten Fahrzeuge derartige Schäden feststellen können. Auch sei demonstriert worden, dass bei Nichteinhaltung der von Gilbert vorgeschriebenen Reihenfolge der Kabelmanipulation sofort eine Fehlfunktion von der elektronischen Steuerung wahrgenommen wurde und der Motor im Leerlauf bleibt, hieß es.

 

Toyota-Test überzeugt Experten

Unternehmensfremde Fachleute halten die Vorführung von Toyota für glaubwürdig. "Toyota hat gezeigt, dass der Hardware-Test von Gilbert nicht für alle Fälle von unkontrolliertem Beschleunigen gleichermaßen gelten kann", sagte Bill Visnic, Herausgeber von Edmunds.com, der "Washington Post" (Dienstagsausgabe).

In den Anhörungen im Februar hatten Experten und Abgeordnete Zweifel daran geäußert, dass es sich um ein rein mechanisches Problem handelt (wir berichteten). Sie vermuteten einen Software-Fehler. Toyotas US-Statthalter James Lentz räumte ein, dass es für die Mehrzahl der gemeldeten Vorfälle keine Erklärung gebe. Chefkonstrukteur Takeshi Uchiyamada schloss allerdings Fehler in der Elektronik aus. Ausführliche Tests hätten keine Schwierigkeiten ergeben. (AUTOHAUS online)


www.toyota.ch

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