30.10.2026

Ausserordentliche Generalversammlung: Auto-Schweiz fordert Entlastung

Wegen rekordhoher Treibstoffpreise verlangt der Verband eine Aussetzung der Mehrwertsteuer auf Benzin und Diesel. Zudem fordert er mehr Strasseninfrastruktur und eine wirtschaftsfreundlichere Verkehrs- und Umweltpolitik.

Ausserordentliche Generalversammlung: Auto-Schweiz fordert Entlastung

Die ausserordentliche Generalversammlung 2026 von Auto-Schweiz stand im Zeichen des anhaltenden Mitgliederzuwachses und der Aufnahme neuer Fahrzeugmarken. Mit den neu mitwirkenden Xpeng, Chery, Icaur und Geely vertritt Auto-Schweiz nun die Interessen von 41 Verbandsmitgliedern mit der rekordhohen Zahl von insgesamt 63 Fahrzeugmarken. Neu in den Vorstand gewählt wurde Sylvia Neubauer, Präsidentin und CEO der BMW (Schweiz) AG.

 

In ihren Ansprachen verwiesen Verbandspräsident Peter Grünenfelder und Verbandsdirektor Thomas Rücker auf die anhaltend grossen wirtschaftlichen und regulatorischen Herausforderungen für die Schweizer Automobilwirtschaft. Gefordert werden rasche Erleichterungen bei der derzeit europaweit einzigartigen Schweizer CO₂-Vorschriftendichte und eine markant wirtschaftsfreundlichere und marktkonformere Ausgestaltung der ab 2030 geplanten neuen CO₂-Gesetzgebung.

 

Dazu ist die massive Steuer- und Abgabenlast auf Kosten der Branche von jährlich fast 13 Milliarden Franken deutlich zu reduzieren. Insbesondere wegen der aktuell rekordhohen Treibstoffpreise ist die Mehrwertsteuer auf Benzin und Diesel auszusetzen. Mittelfristig gilt es, die Erhebung der Mehrwertsteuer auf den Mineralölsteuer-Anteil zu eliminieren, um die Kaufkraft der Bevölkerung zu stärken. «Die vom Bundesrat vorangetriebenen neuen Freihandelsabkommen machen die aktuell laufende Verschlechterung der inländischen Standortbedingungen nicht wett. Es braucht eine generell wirtschaftsfreundliche Politik im Bundeshaus zur Stärkung der Kaufkraft der Bevölkerung, zugunsten der Schweizer Unternehmen und insbesondere zugunsten der Automobilbranche als Motor der Schweizer Wirtschaft», kommentierte Peter Grünenfelder.

 

Mit Enttäuschung und Unmut beurteilen die Automobil-Importeure die Stossrichtung der vom Bundesrat in die Vernehmlassung geschickten Infrastrukturplanung Verkehr ’45. Die Vernachlässigung der Strasse und der einseitige Fokus auf die Schiene werden der realen Nachfrage nach mehr Strasseninfrastruktur nicht gerecht und gehen an den Mobilitätsbedürfnissen von Bevölkerung und Unternehmen vorbei. Rekordhohe Staustunden mit volkswirtschaftlichen Folgekosten in Milliardenhöhe werden so in Kauf genommen. Der Bundesrat wird aufgefordert, das Infrastrukturprojekt Verkehr ’45 nochmals neu auszubalancieren. Dazu führte Thomas Rücker aus: «Der Bundesrat ist gefordert, eine an der Markt- und Konsumrealität orientierte Wirtschafts- und Verkehrspolitik zu verfolgen, welche sich der zuspitzenden Verkehrsüberlastung ernsthaft annimmt.»

 

www.auto.swiss 

 

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