04. November 2020

40 Jahre Airbag-Steuergerät: Initialzündung für den Insassenschutz

Ein Unfall, ein Knall, das Schlimmste verhindert – so einfach lässt sich der Nutzen des Airbags beschreiben. Eine Schlüsselrolle für den schützenden Knalleffekt kommt dem Airbag-Steuergerät zu. Es ist die Schaltzentrale für den lebensrettenden Luftsack. Bosch hat vor 40 Jahren gemeinsam mit der Daimler-Benz AG weltweit das erste elektronische Airbag-Steuergerät in Serie gebracht.

40 Jahre Airbag-Steuergerät: Initialzündung für den Insassenschutz

Das erste Airbag-System kam im Dezember 1980 in der Mercedes-Benz S-Klasse zum Einsatz.

40 Jahre Airbag-Steuergerät: Initialzündung für den Insassenschutz 40 Jahre Airbag-Steuergerät: Initialzündung für den Insassenschutz

«Bosch ist Pionier in Sachen Elektronik und Sicherheit im Fahrzeug», sagt Bosch-Geschäftsführer Harald Kröger. «Das elektronische Airbag-Steuergerät zeigt, was wir unter Technik fürs Leben verstehen.» Seit Start der Serienproduktion im Dezember 1980 hat Bosch über 250 Millionen Airbag-Steuergeräte gefertigt und seitdem immer weiterentwickelt. Nach Auswertung der Bosch Unfallforschung haben Bosch Airbag-Steuergeräte seit Markteinführung geholfen, weltweit bis heute etwa 90’000 Menschenleben dank Front-, Seiten und Kopfairbags zu retten. Damit sind sie ein wichtiger Baustein für die Vision Zero: keine Toten und Schwerverletzen im Strassenverkehr.

Über interne und externe Beschleunigungs-, Dreh- und Drucksensoren erfasst ein modernes Airbag-Steuergerät Unfallart sowie Unfallschwere und löst Airbag und Gurtstraffer situationsgerecht aus. Innerhalb von zehn Millisekunden – zehn Mal schneller als der menschliche Wimpernschlag – erkennt der Auslösealgorithmus anhand der Sensordaten, ob es sich nur um eine starke Bremsung, einen Parkplatzrempler, eine schwungvoll überfahrene Bordsteinkante oder aber um einen schweren Aufprall oder drohenden Überschlag handelt. Ist die Situation gefährlich, zündet das System den pyrotechnischen Gasgenerator. Binnen 30 Millisekunden ist der Luftsack prall aufgeblasen und kann so die Insassen schützen.

Bis zu neun Airbags sind in heutigen Fahrzeugen eingebaut, die je nach Unfallsituation einzeln ausgelöst werden können. Im Anschluss an einen Crash wird zudem ein Signal zur Unterbrechung der Kraftstoffzufuhr oder, bei Elektroautos, zur Spannungsentkopplung der Hochvoltbatterie gesendet. Auch wird die Information über einen Unfall an andere Fahrzeugsysteme weitergeleitet – zum Beispiel an den eCall, der nach einer Airbag-Auslösung automatisch einen Notruf absetzt.

Seit 1977 haben Bosch-Entwickler gemeinsam mit Fahrzeugherstellern an dem ersten elektronischen Airbag-Steuergerät gearbeitet und es in mehr als 6000 Crash-Tests und in 60 Fahrzeugmodellen erprobt. Über 1,8 Millionen Crash-Simulationen sind heute nötig, um ein Airbag-Steuergerät für ein Fahrzeugmodell serienreif zu machen. Das erste Airbag-System, dessen Serienproduktion im Dezember 1980 begann und das dann in der S-Klasse von Mercedes-Benz auf den Markt kam, bestand aus drei Komponenten: einem Spannungswandler, einer Energiereserve und einem Steuergerät mit insgesamt 170 Bauteilen. Diese steuerten lediglich einen Airbag und Gurtstraffer für den Fahrer sowie optional für den Beifahrer an.

Die heutigen Airbag-Steuergeräte der zwölften Generation haben nur noch halb so viele Bauteile und können bis zu 48 Rückhaltemittel wie unterschiedliche Airbags vom Front- über den Seiten- bis zum Knieluftsack oder Gurtstraffer ansteuern. Darüber hinaus können künftig die von einer steigenden Anzahl an Fahrzeugsensoren gewonnenen Informationen genutzt werden, um ein noch perfekteres Zusammenspiel von Airbags, Gurtstraffern und anderen Fahrzeugfunktionen zu gewährleisten. Das sieht dann etwa so aus: Das System erkennt blitzschnell einen drohenden Unfall und bringt die Insassen beispielsweise bereits vor dem eigentlichen Aufprall automatisch in eine verletzungsreduzierende Sitzposition. Airbag und Gurt werden so angesteuert, dass sie bestmöglich jeden einzelnen Insassen schützen können.

Diese Möglichkeiten werden unter anderem beim zunehmend automatisierten Fahren relevant, das in höheren Stufen völlig neue Innenraumkonzepte und mehr Bewegungsfreiraum auch für den Fahrer ermöglicht: Sitz drehen, den Mitfahrern zuwenden oder gemütlich in den Sitz kuscheln. Je flexibler die Sitzpositionen im Fahrzeug künftig werden, desto wichtiger auch eine passgenaue Ansteuerung von Airbags und Gurtstraffern – und desto komplexer die Anforderungen an die Airbag-Steuergeräte, an denen Bosch bereits heute arbeitet. Auch nach 40 Jahren ist die Luft noch lange nicht raus. (pd/mb)

www.bosch.de

 

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