09. März 2020

Studie zu CO2-Grenzwerten: Autobauern drohen 3,3 Milliarden Euro Strafe

Wird die Autoindustrie die strengen CO2-Flottengrenzwerte einhalten können? Nein, sagt eine Deloitte-Studie. Auf zehn Autobauer kämen Strafzahlungen in Milliardenhöhe zu.

Studie zu CO2-Grenzwerten: Autobauern drohen 3,3 Milliarden Euro Strafe

Bild: Auto-Medienportal.Net

Zehn Autoherstellern drohen einer Studie zufolge nächstes Jahr EU-Strafen von zusammen 3,3 Milliarden Euro wegen hoher CO2-Werte. Kurzfristige Massnahmen wie Rabatte für ihre elektrifizierten oder besonders sparsamen Autos könnten das kaum noch abfedern, erklärten die Branchenexperten der Unternehmensberatung Deloitte in München. Die Namen der Autobauer wurden nicht genannt.

 

Vergangenes Jahr stiessen Neuwagen im EU-Schnitt 108 Gramm CO2 je Kilometer aus. Seit Januar schreibt die EU zum Klimaschutz einen Höchstwert von 95 Gramm vor. Grosse, schwere Autos dürfen etwas mehr ausstossen. Dieses Jahr können die Hersteller die fünf Prozent ihrer Flotte mit den schlechtesten Werten bei der Berechnung noch aussen vor lassen – aber 2021 wird es ernst. Für jedes Gramm über dem Grenzwert werden 95 Euro fällig - für jedes verkaufte Auto. Bis 2030 senkt die EU den Grenzwert schrittweise weiter auf 59 Gramm.

 

Der Anteil der Plug-in-Hybride und Elektro-Autos an den Neuzulassungen dürfte im laufenden Jahr auf elf Prozent steigen und bis 2026 auf 34 Prozent, heisst es in der Deloitte-Studie. Der Anteil der SUV-Fahrzeuge soll auf 41 Prozent zulegen – und 40 Prozent dieser Stadtgeländewagen seien dann mit Plug-in-Hybrid- oder E-Antrieb unterwegs, aber nur 32 Prozent der anderen Autos. «Die Gewinnmargen bei den grossen SUVs sind hoch», erklärte Deloitte-Branchenexperte Thomas Schiller. Mit elektrifizierten SUVs könnten die Hersteller praktisch zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen.

 

Aber die Konzerne hätten mit den CO2-Vorgaben noch Jahre zu kämpfen: «Damit einhergehende Profitabilitätseinbussen sind nur bedingt abwendbar», sagt Schiller und weiter: «Die Autohersteller haben heute die Wahl, ob sie hohe CO2-Strafen an die EU zahlen oder E-Autos zu Preisen verkaufen, bei denen sie wenig bis nichts verdienen. E-Autos werden noch in den nächsten Jahren ein Zuschussgeschäft sein.» Das ändere sich erst, wenn sie auf hohe Stückzahlen kommen. (pd/ir)

 

www.deloitte.com

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