16. März 2017

Lebensretter für beide Seiten bei Unachtsamkeit

Auf Autobahnen stehen vor Kurzbaustellen oft Signalisationsfahrzeuge mit Rammschutz. Die schützen einerseits die Arbeiter auf der Baustelle, aber auch unachtsame Fahrer vor schwerwiegenderen Folgen. Am 15. März 2017 demonstrierten die Direktion für Mobilität und Strassen des Kantons Waadt in Zusammenarbeit mit der Kantonspolizei Waadt, dem TCS und dem Bundesamt für Strassen Astra die Wirkungsweise solcher Signalisationsfahrzeuge. Und mittendrin: ein Stuntman.

Lebensretter für beide Seiten bei Unachtsamkeit
Lebensretter für beide Seiten bei UnachtsamkeitLebensretter für beide Seiten bei UnachtsamkeitLebensretter für beide Seiten bei UnachtsamkeitLebensretter für beide Seiten bei Unachtsamkeit

Text und Fotos: Christoph Schmutz

 

Unachtsamkeit ist heute vor Alkohol und zu hoher Geschwindigkeit die Unfallursache Nummer 1. Unachtsamkeit forderte 2016 auf Schweizer Strassen 20 Todesopfer, 453 Schwerverletzte und weitere 1309 Verletzte. Allein auf Autobahnen des Kantons Waadt fahren jährlich um die 15-mal Automobilisten auf die Signalisationsfahrzeuge auf, die vor Baustellen stehen, wie Laurent Tribolet erklärt, Chef Strassenunterhalt beim Kanton Waadt.

 

Nicht auszudenken, was in diesen Fällen passierte, würden solche Automobilisten nicht vom Prallbock der Signalisationsfahrzeuge gebremst. Zum Schutz seiner Angestellten auf den Strassen setzt der Kanton Waadt – und auch andere Kantone – schon seit längerem solche Signalisationsfahrzeuge mit Prallbock ein. In Zukunft werden die auf Autobahnen obligatorisch. Es handelt sich dabei in der Regel um ausrangierte Zugfahrzeuge, die mit einer massiven Platte beschwert werden und hinten eine Aufpralleinrichtung angebaut haben. Die Aufpralleinrichtung ist als Knautschzone konstruiert zur Vernichtung von möglichst viel Aufprallenergie. Gemäss Laurent Tribolet sollen Aufprallgeschwindigkeiten bis Tempo 100 km/h möglich sein, ohne dass sich der Fahrer im auffahrenden Fahrzeug ernsthaft verletzt.

 

So weit gingen die Verantwortlichen anlässlich einer Demonstration auf dem für den Anlass gesperrten Autobahnzubringer Perraudettaz bei Lutry dann doch nicht. Die Aufprallgeschwindigkeit des BMW 3er Compact auf das Signalisationsfahrzeug mit Prallbock betrug 60 km/h. Hinter dem Lenkrad sass dabei nicht etwa ein Dummy, sondern Stuntman Stéphane Riesen. Der relativ gedämpfte Aufprallknall und die Tatsache, dass der BMW nach dem Crash ab der A-Säule rein optisch unversehrt erschien, zeigte die die grosse Wirkung der Energievernichtung des Prallbocks eindrücklich. Das bewies letztlich auch die Unversehrtheit des Stuntmans nach dem Crash.

 

Der 52-jährige Stéphane Riesen, im Hauptberuf Fahrinstruktor beim Fahrsicherheitszentrum Drive-up in Genf entstieg dem BMW-Wrack, wie wenn er den Wagen eben parkiert hätte. «Der Aufprall war weicher, als ich es erwartet habe», berichtet Riesen, der einen solchen Crash zum ersten Mal gemacht hatte. Dennoch würde er die Sache nicht mit viel höherer Geschwindigkeit wagen. «Ich denke, bis Tempo 70 wäre es ohne allzu grosses Risiko machbar, weiter würde ich aber nicht gehen.» Im Gegensatz dazu sei für einen Stuntman bei einem Aufprall auf ein starres Hindernis, das nicht nachgibt, bei ca. 30 km/h Schluss, beantwortet Riesen eine entsprechende Frage. «Ein solcher Aufprall ist sehr hart und bereits eine grosse Belastung für den Körper.»

 

Bei der Crash-Demonstration erstaunte, dass der Fahrer-Airbag des Autos nicht auslöste. Dazu Stéphane Riesen: «Wir haben den Fahrer-Airbag deaktiviert. Da ich mit Spezialgurten fest nach hinten an die Sitzlehne gezurrt war, hätte er keinen Sinn gemacht und der Auslöseknall hätte nur unnötig mein Gehör strapaziert. Ich denke aber, auch wenn der Airbag scharf gewesen wäre, hätte er nicht ausgelöst, weil der Aufprall sehr degressiv verlief.»

 

Die Crashdemonstration war Teil der Kampagne «La bonne conduite» in den Westschweizer Kantonen der Waadtländer Kantonspolizei und der Direktion für Mobilität und Strassen des Kantons Waadt zusammen mit dem TCS und dem Fonds für Verkehrssicherheit FVS.

 

www.votrepolice.ch

www.bonne-conduite.tcs.ch

www.drive-up.ch

www.fvs.ch

 

Der Crash im Video auf:

FB-Seite Auto&Wirtschaft

FB-Seite aboutFLEET

 

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